Isa und das wienerische Salamandern

Hej allihoppa,

ganz nostalgisch werd ich, wenn ich jetzt zum letzten Mal die Maske meines Blogs aufmache. Vielleicht habe ich mir deshalb auch so lange mit diesem Eintrag Zeit gelassen. Oft wurde ich jetzt auf mein Geschreibsel angesprochen; bekniet und angefleht (Übertreibung over) doch weiterzuschreiben. Bock hätte ich definitiv. Ideen auch. Doch muss ich noch an einem konkreten Konzept arbeiten. Das werde ich mit meinem Lieblings-Kreativteam auf dem Weg bzw. in Berlin mal machen. Die Neujahresvorsätze können kommen.

Nun bin ich seit einer Woche zurück in Wien und werde oft gefragt, ob ich mich schon wieder eingelebt hab. Vielleicht bin ich ein Einlebens-Salamander, vielleicht sind Freunde und Familie einfach die besten, vielleicht sind vier Monate nicht viel. Ich habe auf jeden Fall das Gefühl nie weg gewesen zu sein. Wien wirkt genauso wie ich es hinterlassen hab: verrückt, grummelig und mit etlichen Schimpfwörtern geschmückt. Meine Ankunft in VIE hat zB folgendermaßen ausgesehen: nach einem richtig langen Tag mit letztem Mal Uni morgens, etlichen Fikas und Pancakes, unzähligen Umarmungen und ganz viel Liebe, am Wiener Flughafen geschafft, aber glücklich an. Mein Gepäck leider nicht. Klar war ich gepisst und mein Pre-Göteborg-Ich hätte bestimmt gemeckert, doch ich habe es einfach mit Humor genommen. (Wahrscheinlich war meine Müdigkeit auch ganz hilfreich.) Mein Hintermann in der Schlange zum Lost-and-Found-Schalter teilte meine Einstellung eindeutig nicht. Ich zitiere in schönstem Wienerisch: „Herst du Gschissener (der hier so liebevoll betitelte Herr tat sein bestes um jeden Koffer wiederzufinden. Außerdem hatte er mich beim „Madame“) da vorn, jetzt zah amal an. – die gschissene Airberlin, zerst kriegst nur mehr a scheiß gschissenes Sandwich und dann schmeißens auch noch die Koffer bei den Piefke ab. Gschissene Idioten.“ – Willkommen daheim 🙂

Überheblich geworden von „zu viel“ geglückten Überraschungen (siehe Isa und die handgepäckstaugliche Gefängniszelle) und schwedischer Gelassenheit, ist die Überraschung am Freitagabend prompt in die Hose gegangen. Angeschickert kamen wir also vor dem Chaya Fuera an, um ein paar meiner Liebsten im Partyrausch zu überraschen. Doch da hab ich meine Pläne ohne gefühlt 894.390 Verrückten gemacht, die auch alle auf die gleiche Party wollten. Mit Zwischenstopp im geliebten und vermissten Steirisch Pub habe ich es doch glatt um 4 Uhr morgens (definitiv ein Vorteil der Wiener Clubszene, dass das Licht nicht um 3 Uhr angeht) dank der Hilfe eines großartigen Retters doch noch geschafft!!

Die restlichen Tage waren mit ähnlichem, aber wundervollem Freizeitstress geschmückt, gekrönt von einem gemütlichen und leckerem Weihnachtsfest im perfekten Schwedenhaus. Auch Traditionen werden im Elternhaus hochgehalten. Daher gab es wie immer das beste selbstgemachte Sushi, sowie Raclette- geile Kombi oder? Gut, dass ich Oma die anderen Blogeinträge schon ausgedruckt habe (aber nur die anständigen hat die Mama gesagt- was soll das denn heißen, ich bin ein Engel). Die würde wahrscheinlich umfallen bei der „modernen Zusammenstellung des Mahls“.

Vermisse ich Göteborg? Definitiv! Hätte ich es noch länger ausgehalten? Unbedingt! Aber ich werde Schweden immer im Herzen tragen. Mich grinsend an so viele tolle Erlebnisse und Menschen erinnern. Und viele in ihrer eigentlichen Heimat besuchen. Bis dahin ergötze ich mich an meiner unendlichen Freizeit, genieße das Leben und fahr erstmal nach Berlin.

Vi ses!!

Kyss, puss och kram,

Eure Isa

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Isa und der wutbürgerische Karottenkuchen

Hej allihoppa!

Seid mal ehrlich: wann habt ihr das letzte Mal eure Bettdecke und -pölster gewaschen? Ich mein jetzt nicht die Überzüge, sondern das Innenleben an sich! Heute hat mich meine Landlady netterweise darauf aufmerksam gemacht dies vor meiner Abreise unbedingt noch zu erledigen. Vielen Dank dafür! Hab ja sonst nichts zu tun. Mir fallen da so ein paar nötige Kleinigkeiten ein, wie Reiskörner zählen, Kaugummi von den Schuhsohlen abkratzen oder Alkoholreste vernichten (ich proste euch mit den Resten meines Martinis zu), die ich viel dringlicher abarbeiten sollte. Letzteres mit höchster Priorität. Ich mein, bei den Preisen hier.

Nun ist wirklich die letzte Woche angebrochen und der Stress gepaart mit emotionalen Achterbahnfahrten beginnt. Abgesehen von den letzten schulischen Pflichtübungen will man natürlich noch „ein letztes Mal“ diesen einen geilen Karottenkuchen im Da Matteo essen gehen und den viel zu jungen und viel zu schönen Barmann grinsend um mehr Schlagobers auf der heißen Schokolade anbetteln. „Ein letztes Mal“ Sushi von „Super Sushi“ verschlingen. „Ein letztes Mal“ ein Bierchen im „Cafe Publik“ zwitschern und sich dabei über die Hippie-Hipster abhauen bis man erkennt, dass man irgendwie auch einer von ihnen ist. Das wichtigste aller „letzten Male“ ist aber dieses wo man auf eine letzte Fika mit den Liebsten geht. Es fällt mir weniger schwer die Stadt an sich zu verlassen, weil ich zum Einen weiß, dass die Menschen, die mein Göteborg zu dem gemacht haben, das ich geliebt habe, auch bald abreisen oder sogar schon weg sind. Zum anderen weiß ich, dass ich wiederkomme, keine Frage. Dennoch fällt mir der Abschied schwer. Vier Monate hat man so ziemlich alles miteinander geteilt, sich gegenseitig aufgebaut, wenn mal etwas nicht so gelaufen ist, wie man sich das vorgestellt hat. Hat ein paar legendäre Partys miteinander erlebt und gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe. Alle Phasen einer Freundschaft sind im Schnelldurchlauf durchgespielt worden. Ich habe während meiner Zeit hier definitiv gelernt, dass das Alter keine Rolle spielt, wenn die Chemie stimmt (ja auch bei Freundschaften lässt sich diese Theorie anwenden!!). Auch wenn es mit den meisten ungewiss ist wann man sich wiedersehen wird, hat man Freundschaften und Erinnerungen gewonnen, genauso wie Schlafplätze auf der ganzen Welt (nicht zu vergessen), die ich nie und nimmer missen will.

Bevor ich hier gleich genauso wie beim Schauen der „Edeka-Werbung“ zu flennen beginne, berichte ich euch lieber noch von meinem wundervollen Wochenende mit meinen Lieblingszwillinge, liebevoll Carmin genannt. Carmen und Armin haben mich besucht. Riesenpluspunkt auf der imaginären Liste! Da Carmen schon am Donnerstag angereist ist und wir ein paar verregnete (und höchst romantische) Stunden, meist gut geschützt von den Sturzfluten der göteborgischen Regenmassen, drinnen verbracht haben, musste sie sonntags auch schon wieder zurück in die Heimat. Glücklicherweise inklusive einiger meiner Habseligkeiten. Ich weine jetzt schon, wenn ich an das Packchaos denke, das mich in den nächsten Tagen erwartet. Armin, der bis heute bleiben konnte, und ich stehen also bei der Station Korsvägen, wo sowohl der Flughafenbus abfährt, aber auch der Eingang zu Liseberg, dem Vergnügungspark zu finden ist. Weil wir richtig miese Freunde/Geschwister sind, haben wir nach nicht all zu schlimmen Verabschiedungsfloskeln (man sieht sich ja in einer Woche wieder), kurzerhand beschlossen das Winter-Wonderland-Liseberg zu besuchen. Das hätte Carmen wirklich gefallen!! Ich hab zarte Kreischlaute bei dem Anblick von Thermometern in Form von Elchen und Katzen von mir gegeben, während Armin erst beim Anblick von den Riesentafeln Schokolade seine Passion gefunden hat. In Liseberg gibt es lauter Stände, wo man umgerechnet ca. 50 Cent auf eine Zahl setzen kann, um dann zu hoffen eine 2kg-Packung Schoki zu gewinnen. Wir waren natürlich voll dabei- und haben beim ERSTEN Mal gleich ein „Täfelchen“ Daim gewonnen!! Das waren wir nachdem wir gewonnen haben:

http://gph.is/1AVH8E2

Der Gewinn wurde großzügigerweise Iida geschenkt wurde, weil die ein Jahr hier bleibt und wir sogleich auch ein tolles Mitbringsel zum Harry Potter Abend hatten- ja erwachsene Menschen schauen das auch und sind stolz drauf!!

Gerade muss ich ein bisschen schmunzeln, da dies wohl einer meiner letzten Einträge aus Göteborg sein wird, und ich doch tatsächlich noch immer nichts über die Sportaffinität geschrieben habe. Aber ganz ehrlich, ist wirklich nicht so spannend! Wer etwas darüber wissen will, kann mich gerne zu einem Drink einladen, sobald ich zurück bin (schon klar, der Schmarr’n ist keinen Schaperol wert).

Bevor ich hier ganz sentimental werde, verspreche ich noch mindestens ein Update, spätestens von zu Hause, und sag einfach bis gleich. Hoffentlich mal wieder face-to-face- ich übe nämlich auch schon ganz brav das Wutbürgertum, um in Wien zu überleben.

Kyss und tschooooooos,

Eure Isa

Isa und der fremdschämende Tag

Hej allihoppa!

Anfangs wurde ich oft nach meinem „typischen Tag“ in Schweden gefragt, später hat es dann weniger interessiert. Doch knapp 4 Monaten Pseudo-Blogger-Dasein hinterlassen ihre Spuren und heute gibt es in großartiger „Blogger-Manier“ ein brandaktuelles „Follow-me-around“. Wer der ultramegageilen Sprache des Bloggens nicht mächtig ist und keinen Plan hat was das jetzt wieder sein soll, kann sich ja mal das Video der beliebtesten (!!) Bloggerin Deutschlands ansehen: (Wer Lachkrämpfe und Fremdschämanfälle durchsteht, bekommt richtig heiße Tipps, wie man morgens am besten mit den süßen Tweets „relaxed“)

Los geht’s….

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07:30 – häh wieso ist das Bild jetzt schwarz? Na kein Wunder, ist eben noch dunkel hier in Schweden (und die Rollos – ja so etwas gibt es sehr wohl in Schweden – sind auch unten).

07:41 -der frühe Vogel kann mich mal: zum dritten Mal die Snooze-Taste gedrückt.

07:52 – es hilft nichts mehr, ich muss raus.

08:11 – Tasse Tee. Mehr findet sich nicht in meinem leeren Vorratsschrank.

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08:23 – Ohne Make-up geht um die Uhrzeit nichts.

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08:41 – Gesunde Jause beim Shop des Vertrauens gegenüber holen. (Kaffee, Schokomuffin und unsichtbare Banane – die mir an den Kopf gehalten wird)

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08:58 – gerade so zum Seminar geschafft. Schweden und die Pünktlichkeit. Das ist so ne G’schicht.

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09:33 – die beste Präsentation des Tages startet. Keiner lacht über unsere tollen Memes. Geht ja schon mal gut los.

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09:41 – Punktlandung. Jetzt endlich Zeit für alles was man in den letzten Tagen vernachlässigt hat: Facebook, Instagram, Twitter und was soll dieser Snapchat eigentlich?

12:04 – es zieht sich. Die Tür geht auf und wer schlendert lässig rein: der coole Australier, der für Kopfschütteln sorgt, weil er abgesehen davon, dass er 3 Stunden zu spät ist, die Coolness besitzt und statt einer PowerPoint-Präsentation von seinem Notizblock aus vorträgt. Eier hat er, der Gute…

12:44 – geschafft. Ab zu einer neuen Erfahrung: Rawfood direkt am Wasser. Warum nicht?

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13:21 – ich weiß warum. Die Gerichte sind lecker, aber nen Salat kann ich mir daheim auch machen und wer hat diesen unglaublich schrecklich-schmeckenden Kaffee auf die Karte gesetzt? Ein Versuch war es wert.

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13:38 – Stadtbummel. Weihnachtspullieinkäufe beim Lieblingssecondladen im Obergeschoss von Weekday. S’geht…

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14:22 – Back to university. Nächstes Gruppenmeeting. Aber erstmal Rezepte gustieren.

15:13 – Effektivität ist mein Lieblingswort, wenn es sich um sich ziehende Besprechungen handelt. Zackzack geht das und ab zum Nachmittagsschläfchen.

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17:56 – Zerknautscht geht es zurück an den Bildschirm. Diesmal aber frohen Gemüts – Videochatdate mit der Heimat

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19:12 – ich beweihräuchere mich und mein Essen. Polenta mit Currygemüse. Nomnom…

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21:08 – „But first let me take a selfie“ – Fahrt zum letzten Handelspuben. Kinders, wie die Zeit vergeht.

21:34 – erstes Bier geordert und die Sause kann beginnen.

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22:02 – zweites Bier geordert und die Stimmung steigt.

22:16 – erste Rauchpause. Bibbernd. Sich fragend, ob man doch mal Snus probieren sollte.

22:48 – drittes Bier geordert. Ich frage mich, ob ich langsam anfangen sollte mitzuschreiben. Zwecks des Nachvollziehens und so.

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23:07 – mein Lieblingsaustauschpärchen und -italiener, wie auch Bobegg (diesmal mit Verhüterli) treffen sich vor den Toiletten- the place to be (Luca + Katherine, we’ll see each other in Australia, fuck yeeeeeah)

23:22 – erstmal einen Schnaps um die Stimmbänder nach dem ganzen „wohooooo’n“ wieder zu ölen.

23:27 – Tatort Tanzfläche. Die gesamte Austauschtruppe und die verrückten Schweden sind noch einmal versammelt und jeder feiert als wäre es das letztes Mal. Die Stimmung kocht.

23:45 – Aufbruch Richtung Yaki da. (man stelle sich gefühlt 1.286 ausgelassene Austauschstudenten am Weg durch die Stadt vor- ich hätte uns gehasst, wäre ich als Unbeteiligte vorbeigelaufen)

23:58 – Ausweiskontrolle. Mein Lieblingsteil beim Clubeingang, wenn sich Securities Augen weiten, als sie mein Geburtsjahr entdecken.

23:59 – der relaxte Australier von mittags wird an uns vorbei hochkant aus dem Club geworfen. Karma arbeitet schnell.

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00:00 – der Kalendertag ist vorüber und ich bin ein bisschen froh, dass ich nun aufhören muss, weiterzuschreiben, denn es ging einfach nur craaaaaaaaaazy und wunderschön und toll und überhaupt weiter.

Ungeplanter Weise hab ich einen der besten und lustigsten Tage hier in Göteborg dokumentiert, vieles bleibt einfach lächelnderweise meinem Gedächtnis vorbehalten, aber ich fand’s schön „euch mit dabei zu haben“. Ihr habt vielleicht keine tollen „Mach dein Duschgel selber“-Tipps bekommen oder Rezepte zum Schnapsbrennen, dennoch hoffe ich es hat euch gefallen. Hab euch alle uglfdzldfjdl lieeeeeb, followed mir auf Snapchat (just joking- ich werde dieses Ding nie checken).

Kyss,

Isa

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Isa und der romantische Pyjamaverlust

Hej allihoppa!

Es ist passiert…. ich habe mich verliebt!! Es war ein düsterer Freitag an dem wir zusammen kamen. Doch eigentlich trafen wir uns schon viel früher. Immer wieder fiel mir seine Schönheit ins Auge, seine Eleganz betörte mich. Doch er war beliebt und immer von wunderschönen Mädchen umgeben. Ich rechnete mir keine Chancen aus. Bis zum letztem Freitag, als ich Berit mit einer Abschiedstour durch unseren Lieblingsladen hier in Göteborg, Grandpa’s, auf ein Wochenende in die Heimat verabschiedete. Wir flanierten durch den Shop, drehten und wendeten jedes Stück im Geschäft, doch die Preise blieben unverändert hoch. Das Wetter draußen war bescheiden, genauso wie unsere Stimmung. Bis ich ihn sah! Da hing er einfach so im „Grandpa’s“ rum… Darf ich vorstellen: qvist- Sand qvist. Liebe meines Lebens!

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Schluss mit lustig! Nennt mich konsumbetäubt, irren Markenfuzzi oder was euch immer einfällt, aber diesen Kauf werde ich nie und nimma bereuen. Am Wochenende wurden schon romantische Spaziergänge und Kuscheleinheiten eingelegt, ganz ehrlich, ungelogen!!

Wer jetzt meint, dass ich den Verstand verliere hat nicht ganz unrecht. Wenn auch nicht in dieser Hinsicht. Ich habe es tatsächlich am Sonntag geschafft meinen Pyjama zu verlieren. Siehe Jogginghose und Knotzleiberl. Ehrlich! Nicht dass ihr jetzt denkt ich hätte bei einer Mädchen-Pyjamarunde teilgenommen und ihn einfach dort vergessen. Nein, einfach daheim verloren. Zugegeben ich war noch etwas erledigt als ich Sonntag zu fortgeschrittener Stunde unter die Dusche stieg, aber wie bitte stellt man es an einen Pyjama (vorallem in einem 14 Quadratmeter-Zimmer und einem Weg von 3-4 Metern zwischen besagtem Zimmer und Bad) anzubauen? Für mich, nach einer Suchaktion (inklusive Aushang im Haus- „Missing Pyjama“), unerklärlich!

Vom verschwundenen Nachtgewande kann ich ja sehr schwerlich ein Foto posten, daher ein paar andere Schönheiten der letzten Tage:

Doch ich bin zuversichtlich, dass er an einem sehr seltsamen Ort wieder auftauchen wird, wenn ich in nicht einmal mehr drei Wochen meine Bleibe hier räumen werde. Ja, tatsächlich: die letzten Tage sind angebrochen. Heute habe ich Eveliina bei unserer Fika gefragt, ob sie denn auch auf die Christmas-Party von unserer Uni nächsten Freitag (11.12.) geht. Sagt sie doch tatsächlich, dass sie dann nicht mehr in Göteborg sein wird, weil ihr endgültiger Rückflug nach Finnland an diesem Tag geht. Frechheit! Ich freu mich für sie, weil ich weiß wie sehr sie sich (genauso wie ich) auf Freunde und Familie freut. Aber hallo? Das ist in 1,5 Wochen. So läuft das nicht. Es darf noch nicht vorbei sein. Bevor ich bereits jetzt schon Wienerische Nörgelpartien einläute, hör ich doch lieber auf. Und verspreche definitiv noch einen Sportartikel zu posten (wie lange rede ich jetzt schon davon?). Dafür mache ich aber gerade auch eine wahnsinnig spannende und vor allem wissenschaftlich hochtrabende Umfrage. Seid gespannt.

Kyss,

Isa

Isa und die hyggeligen Norwegerpullis

Hej allihoppa,

gerade beende ich die sozusagen „ultimative Skandinavien-Tour“- Dänemark, Schweden & Norwegen in einer Woche, das alles mit reizender Begleitung aus Deutschland und Finnland (womit wir auch das abgedeckt hätten).

Als mich am Dienstagmorgen der Wecker um 05 Uhr morgens aus dem Schlaf reißt schimpft mich mein Langschläfer-Ich ganz heftig, doch als Berit und ich bereits kurz nach 10 Uhr den Zug in Kopenhagen verlassen und sich die Stadt auch noch bei strahlendem Sonnenschein von seiner besten Seite zeigt ist auch die letzte Verschlafenheit weggefegt. Aufgrund einiger lästiger, aber dennoch nicht weniger wichtiger Verpflichtungen in Göteborg, bleiben mir genau 25 Stunden und 15 Minuten in dieser großartigen Stadt. Man möchte meinen, dass nun der Stress ausbricht. Nicht mit uns! First Coffee, und das nicht zu wenig. Noch wichtiger ist aber das Brot dazu. Ausgehungert von viel zu süßem schwedischen Brot, lassen wir jedes Korn hochleben. Den restlichen Tag verbringen wir mit exzessivem Shopping (aufgrund der größeren Auswahl an Geschäften, aber total gerechtfertigt), Fika und ganz viel Herumlaufen. Nicht einmal als es schon dunkel ist, werden wir richtig müde. Das könnte definitiv an „Hygge“ liegen- der hochgelobten und viel-geliebten dänischen Gemütlichkeit. Diese prägt sich noch einmal stärker ein, als wir abends im Meatpackingdistrict essen gehen. Trotz des definitiv vorhandenen Stylefaktors ist es auch in diesen Lokalen durch viel Holz und tolle Lichtkonzepte (das schon wieder!) richtig heimelig. Am nächsten Tag zur Mittagszeit steige ich mit neuem Regenschirm, dafür ohne diesem einen tollen Bild von dem Mädchen und dem Hotdog in den Zug. Der Tag in Kopenhagen wurde bestens genutzt.

Langeweile ist definitiv ein Fremdwort hier. Als es am Samstag dann endlich (das erste Mal für mich) nach Norwegen ging , war auch mein Langschläfer-Ich mit mir eins. Der Bus, mit dem Eveliina und ich umgerechnet für nur ca. € 30 nach Oslo kommen, fährt um 10 Uhr morgens. Perfekt! So gerne ich mich in einer Stadt, die ich bereise, auch schon auskenne, so aufregend finde ich auch das vollkommen Neue. Pfadfinder-Isa übernimmt das Ruder! Wie auch in Kopenhagen ist ein süßes Airbnb-Zimmer unsere Unterkunft in Oslo. Von unserem Apartment aus sind wir gleich im Hipsterbezirk Grunerløkka, der für mich ein Mix aus Wien-Hernals und Berlin-Friedrichshain ist. Coole Flohmärkte, kleine Cafés und viele Norwegerpullis. Letzteres ist wohl das, was diese Ecke hier einzigartig macht und es von den anderen Hipsterhochburgen abheben lässt. Nichtsdestotrotz wir lieben es hier und können gar nicht mehr aufhören ein Café nach dem anderen zu testen. Liegt eventuell aber auch an den richtig frostigen Temperaturen. Aber wie sagt man so schön? „Es gibt kein falsches Wetter, es gibt nur die falsche Kleidung“- ich halte mich in dem Falle eher an den Zwiebellook und weniger an die Funktionskleidung, aber ich schätze das zählt auch, denn kalt war mir dadurch eigentlich nie.

Wenn man innerhalb so kurzer Zeit drei ähnliche Länder bereist bzw. in einem sogar länger lebt, entdeckt man natürlich größere und kleinere Unterschiede. Die Auswahl der Matratzen zB haben eindeutig die Dänen für sich reserviert (aber kein Wunder in Deutschland und Österreich gibt es wahrscheinlich auch genau deswegen ein „Dänisches Matratzenlager“ und kein schwedisches oder norwegisches). In Oslo reden unglaublich viele Menschen (auch zB Servicemitarbeiter) miteinander Englisch. Auch Deutsch ist mir einiges zu Ohren gekommen. Beim Autofahren oder dem generellen Straßenverkehr fühle ich mich eindeutig in Göteborg am Sichersten. In Kopenhagen sind es die Radfahrer, die dich unter Umständen das Leben kosten könnten. In Oslo sind es eindeutig die Autofahrer, die nicht wie in der Heimat Schweden gemächlich dahin tuckern, sondern von einer Ungeduldigkeit und der Liebe zu ihrem Gaspedal getrieben werden. Wo sich alle drei Länder eindeutig, die Waage halten, ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Wenn auch die Norweger anfangs etwas gestresst und dementsprechend unfreundlicher rüber kamen, hat sich das auch flugs wieder geändert. Heute zB hat eine Frau mit Kinderwagen, sowie Sack und Pack ein Gespräch zwischen Eveliina und mir auf Englisch mitgehört und uns glatt einen Stift geschenkt, da wir Studenten doch glatt ohne Schreibzeug auf Urlaub fahren. Wenn auch der Wert dieses Geschenks klein sein mag, so war die Geste eine große!! Genau solche und ähnliche Kleinigkeiten, wie ein kurzer Tratsch an der Supermarkt- oder Cafékasse machen diese Länder einfach einzigartig und zu richtig lebenswerten Orten!

Zurück in meinem geliebten Göteborg beginnt nun mein letztes Monat mit einem Haufen an Uniarbeiten, vielen Feiereien und Aktivitäten, die man „unbedingt noch einmal machen muss“, sowie ein paar Besuchen aus den Heimaten („Home is where your pants aren’t“- an dieser Aussage beiße ich mir immer noch die Zähne aus, aber danke Isis für das herrliche Gespräch). Ich freu mich wahnsinnig und gleichzeitig befürchte ich, dass es viel zu schnell vergehen wird. Dafür wird jede Minute genutzt.

Kyss,

Isa

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Isa und der stille Beleuchtungskonzeptfimmel

Hej allihoppa,

die Ereignisse der vergangenen Tage in Paris, Beirut und der ganzen Welt lassen auch Göteborg nicht kalt. Vorallem gestern und heute habe ich viel mit Freunden hier geredet, wie sich unsere Welt gerade verändert, wie viel Angst und Trauer verbreitet wird, aber auch wie wichtig es ist, dass wir in diesen Situationen zusammenhalten! Wie glücklich wir uns schätzen hier in dieser wunderbaren Stadt sein zu dürfen und uns kennengelernt zu haben. Für mich persönlich hat Russell Brand es schön in diesem Video zusammengefasst (ein großes plus ist definitiv sein unglaublich charmanter britischer Akzent):

In mir steckt eben doch ein alter Hippie und ich sage: „love, peace and harmony, guys!!!“

Vielleicht auch aufgrund der aktuellen Vorkommnisse ist mir immer wieder ein Wort in den Sinn gekommen, das Göteborg nicht besser beschreiben könnte: Stille. Stille kann für ein paar möglicherweise etwas Negatives sein, für mich aber hat es etwas Magisches. Es ist der Morgen, an dem man vor die Tür tritt und der Atem beinahe gefriert. Langsam ziehen die Wolken am Himmel vorbei, die Blätter fallen geräuschlos von den Bäumen und Menschen sieht man erst, wenn man die Straßenbahnhaltestelle erreicht. Genau das hab ich gestern morgen erlebt, als ich um kurz nach acht das Haus verließ, um mich auf zu meiner Prüfung zu machen. Ich war schlecht gelaunt, erstens weil es Samstag morgen war und studentische Leistungsevaluierungen zu dieser Zeit verboten werden sollten und zweitens, ach ich brauch kein zweitens, erstens reicht. Doch innerhalb kürzester Zeit am Weg zu der riesigen Prüfungshalle im Stadtzentrum änderte sich meine Stimmung schlagartig. Ich will es jetzt mal drastisch ausdrücken, aber wenn ich nicht zu dieser Prüfung gemusst hätte, hätte ich niemals diese tolle Stadt an einem Samstag morgen um 8 Uhr erlebt und noch mehr lieben gelernt.

Apropos lieben: heute war ich auf einem langen Herbstspaziergang mit einer guten Freundin. Zuerst im botanischen Garten und nach einer Verschnauf-Fika weiter durch neue Gefilde im Stadtinneren. Wir sind irgendwo anders abgebogen und ich hab mich innerhalb eines Wochenendes das zweite Mal in Göteborg verliebt. Es war gerade Dämmerung und langsam gingen in den schönen Altbauten die Lichter an (und ich hab doch so einen Beleuchtungskonzeptfimmel), manche Leute streichen noch schnell ihre Regalbretter am Balkon fertig oder holen gerade die frischgebackenen Kanelbullar aus dem Ofen (okay, letzteres habe ich erfunden, aber so stell ich mir das vor). Wir haben uns vorgenommen das jetzt jeden Sonntag zu machen. Perfekt passend, dass ich genau mit dieser Freundin nächstes Wochenende in Oslo verweile. Und davor fahr ich nochmal schnell nach Kopenhagen. Damit es ja nicht langweilig oder eintönig wird ne? 😉

Das nächste Mal melde ich mich dann also mit Berichten aus den Nachbarhauptstädten wieder und bis dahin schicke ich euch ganz viel Liebe,

Kyss,

Eure Isa

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Isa und das ehrliche „Fotoalben-Phänomen“

Hej allihoppa,

Sonntagabend in Göteborg und ich surfe gerade so durch ein paar Blogs in meinen selbstgebauten „Internest“ (immer dieser moderne Anglizismushimmel- ein Internest ist, wenn man sich auf Couch oder meinem Falle Bett mit ner Tasse Tee zusammenrollt und durch die Weiten des Internets surft). Gerade kursiert ja wieder mal ne große Diskussion im Netz wie sehr nicht alles Sein und Schein sei. Ähm ja…. was? Blogger bekommen Klamotten um sie dann auf ihren sozialen Netzwerken zu präsentieren? Es gibt Leute auf Instagram, die 5 Stunden für ein doofes Fotos posieren? Ne echt??? Also ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir war das schon länger klar. Trotzdem habe ich darüber nachgedacht wie viel man beim Bloggen wirklich von sich preisgibt? In meinem Falle lässt sich das ganz gut mit dem „Fotoalben-Phänomen“ vergleichen: in ein Album klebe ich kein Foto von mir, heulend auf der Couch mit nem Rieseneisbecher, ein. Man wird wahrscheinlich auch keine Abbildung von mir schimpfend über „Kindergartengehabe“ mancher Mitmenschen finden. Genauso halte ich es prinzipiell auch beim Bloggen. Ich habe dieses Portal ja auch geschaffen, um von meinen Erfahrungen, Erlebnissen und tollen Innovationen zu berichten und nicht um mein Seelenleben am Silbertablett zum präsentieren. Dass es nicht 24/7 rosig läuft kann sich jeder wahrscheinlich denken.

Da gibt es natürlich diese Momente wo man sich über unreifes Verhalten der Mitstudenten ärgert und sich denkt: „fuck, wäre ich doch mal früher studieren gegangen und auch erst 23, dann wäre mir das alles vielleicht eher egal.“ Es gibt einfach Situationen in denen man sich zu seinen Liebsten wünscht! Wenn der Bad-Hair-„Day“ ne Woche andauert und man nur mehr einer Person seine Haare in Sachen Farbe anvertraut. Wenn die Augenbrauen ihr Eigenleben entwickeln. Wenn man eine Prüfung verkackt hat und dringend eine „Steirisch-Therapiestunde“ bräuchte. Wenn man sich nach ner richtigen Party mit guter Musik von den Lieblings-DJs sehnt. Oder sogar dem B. Wenn man dem kleinen Hund im Park beim Fangen seines Schwanzes zusieht. Wenn man Familien beim gemeinsamen Sonntagsessen beobachtet (Stalker-me, aber sie haben halt echt keine Vorhänge). Wenn man all die Schwangeren sieht und anhand der Größe ihrer Bäuche versucht ihren Schwangerschaftsmonat (noch immer keinen Plan von dieser komplizierten Wochenrechnungsart, dann doch lieber Regressionsanalyse) zu erraten. Wenn ich ein „viel zu kurzes“ T-Shirt anziehe und die Oma’s „höre“, wie sie sich seufzend um meine Nierengegend Sorgen machen. Wenn man neue Städte erkundet und der Magen immer im Ungleichklang (ist das überhaupt ein Wort?) der anderen grummelt. Wenn man beim Schummeln plötzlich die Schrift des Nachbarn nicht mehr lesen kann (ganz hypothetisch gesprochen natürlich, niemand hat jemals geschummelt). Ich könnte jetzt ewig so weitermachen in welchen Situationen ich euch alle vermisse, aber ich denke ihr habt das Konzept erfasst. Und auch wenn das alles genauso ab und an passiert, heißt es noch lange nicht, dass ich nicht sofort wieder auf Auslandssemester gehen würde. Irgendein kluger Mensch (ich denke ich hab’s auf Facebook aufgeschnappt) sagte mal: „Dinge, die dir am meisten Angst bereiten, sind die, die du unbedingt tun solltest!“ – das würde ich sofort unterschreiben. So sehr ich mich auch über dieses Auslandssemester gefreut habe, genauso viel Angst hat es mir bereitet. Doch mittlerweile habe ich gelernt, dass Angst etwas ist, das uns an den Scheideweg treten lässt: entweder kauerst du dich zu Hause in einer Ecke zusammen oder du gehst raus und trittst der Angst mal gehörig in den Arsch. Indem man die Augen aufmacht und all die vielen tollen Dinge da draußen sieht. Indem man sich traut jemanden Fremden um Hilfe zu bitten (oder manchmal noch viel schwieriger: einen Freund). Indem man dem grummeligen Chef/Professor/Busfahrer ein Lächeln schenkt (obwohl man lieber ein paar neu-gelernte Schimpfwörter loswerden möchte). Indem man ehrlich ist (obwohl man weiß dass die Wahrheit verletzen kann). Aber vorallem indem man sich selbst treu bleibt und gleichzeitig offen für Veränderung ist!!

Genug Schmalz? 😉 ich denke ich habe hiermit mit meiner Angst gebrochen meine Gedanken in der „Öffentlichkeit“ (prinzipiell besteht die Möglichkeit dass das jemand völlig Unbekannter liest) auszubreiten.

„Aus die Maus“, sagt die kleine Pseudo-Philosophin in mir. Um das wieder auszugleichen muss ich nächstes Mal wirklich von den „Pumpern“ im Fitnesscenter berichten. Nicht dass das hier noch eine Plattform für hochtrabende Geistesblitze wird! Ihr seht, ich bin mir außerdem treu geblieben und hab der Ironie keinesfalls den Rücken gekehrt.

Fühlt euch alle gedrückt und gekysst,

Eure Isa

PS.: nicht unbedingt passend zu meinem heutigen Thema, aber auch was für die Äuglein mit der Betitelung: „Fear, take that, oder: interpretiere was das Zeug hält.“

Isa und das gruselige Pfefferminzkonzept

Hej allihoppa!

Halloween ist echt eine große Geschichte hier in Schweden! Oder ist es der „Besonderheiten-Effekt“? Wenn ich aber grad so überlege bekommt man ja den ersten Weihnachtsschmuck und die Kekse Ende Oktober auch in Österreich mit, also stelle ich mal die Behauptung auf, dass hier das Gruseln noch größer zelebriert wird. Könnte auch daran liegen, dass damit die dunkle Jahreszeit eingeläutet wird, die sich nun immer deutlicher abzeichnet. Mal sehen was ich in einem Monat sage, aber momentan finde ich das alles halb so schlimm. Wandert man beispielsweise durch Haga wärmt es alleine schon vom Anblick die gemütlichen Cafés mit den besten Lichtkonzepten (und ja da bin ich pingelig). Dreht man um 4 Uhr nachmittags die Nachttischlampe auf macht das an einem heimeligen „Gammelsonntag“ im Bett auch nichts. Auch eine heiße Schokolade mit Schuss (probiert sie mal mit dem finnischen Pfefferminzschnaps „Minttu“- so lecker!!) schmeckt „im Dunklen“ irgendwie besser.

Aber zurück zu Halloween: ich bin ja normalerweise nicht diejenige, die den meisten Spaß am Verkleidungswahnsinn hat (sagte die, die fast jährlich mit ihrem Schwesterherz zum Kostümieren aufruft), aber dieses Jahr war ich voll dabei! Hier im Freundeskreis hat der Fanwahnsinn „Harry Potter“ eine Dimension erklungen und somit wollte ich mich ursprünglich als die moderne Hexe schlechthin alias „Bellatrix Lestrange“ verkleiden, aber aufgrund meines Perfektionismus in Sachen Kostüm und einer mageren Geldbörse hab ich versucht mit den vorhandenen Stücken meines Kleiderschranks und der Make-up-Kiste zu arbeiten. Rausgekommen ist „Anime-Zombie meets Marilyn Monroe“ (oder vielleicht doch eher Manson?). Wir haben abends bei Krissi und Basti gefeiert, die sich bei der Dekoration ihrer Wohnung einiges einfallen haben lassen, sich aber auch in Sachen Kostüm nicht lumpen haben lassen. Auch sonst gab es bei den Verkleidungen von richtig coolen Make-Up-Künsten über die zwei richtig gruseligen „Patientenmädels“ bis zu der lustigen Verbildlichung der Songzeile „Stop! Hammer Time“ alles und hat den Abend zu nem richtig witzigen (oder eben gruseligen) gemacht.

In dem Sinne: gruseln ist vorüber, jetzt kommen die Weihnachtskekse dran!!

Kyss,

Isa

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Isa und die interkulturelle Ideenküche

Hej allihoppa,

Kovarianzen, Regressionsanalyse und andere Lustigkeiten schwirren durch meinen Kopf und dennoch kann ich an nichts anderes als Essen denken. Andere Menschen fangen in Lernphasen (meine nächste Prüfung ist am Freitag) an zu putzen (zumindest Wäsche gewaschen habe ich heute), Sport zu machen (45 Minuten im Fitnesscenter) oder eben wie ich an zu kochen. Dabei ist mir in den Sinn gekommen, dass, obwohl es ein überaus wichtiger Teil meines Lebens ist, ich das Thema Essen noch viel zu wenig behandelt habe. Das wird aber sogleich nachgeholt.

Wie ihr euch vorstellen könnt sind die Preise, wie auch in anderen Lebensbereichen, höher als bei uns. Als ich das erste Mal in den Supermarkt ging und mir etwas lapidares wie einen Apfel kaufen wollte, bin ich mal umgefallen: umgerechnet ca. € 4,- für 4 Stück? Die spinnen ja die Schweden. Auch Gurken findet man hier um ca. € 5,- (gibt es aber auch billiger, wenn man sich bemüht. Da einem aber natürlich auch Restaurants das Essen nicht gratis nachwerfen ist man dazu gezwungen umzudenken und zum gefuchsten Sparefroh zu werden. Klar, fehlt durch das viele Unterwegssein oft die Zeit um selbst zu kochen, trotzdem versuche ich sie mir einfach zu nehmen, da das meist noch die kostengünstigste Variante ist. Außerdem kann man da dann auch gleich seine Gemüsegelüste ausleben. Zu Hause habe ich ja meinen geliebten Fleischtiger alias Steffi sitzen, die leicht angesäuert die Augen verdreht, wenn ich vegetarische Gerichte vorschlage 🙂 Ist aber jetzt nicht so, dass ich zum puren Vegetarier werde. Geht auch gar nicht, denn wo, wenn nicht hier direkt am Meer, ist der Fisch besser? Das merkt man auch gleich bei der zahlreichen Auswahl an Sushilokalen, die meist auch preisgünstige Mittagsmenüs anbieten, die ausgenutzt werden wollen. Ganz oft. Am besten jeden Tag.

Nach ein paar Wochen hat es mir nach einer durchzechten Nacht aber so sehr nach Bacon&Eggs gelüstet, dass ich mich zum Supermarkt geschleppt habe. Und dort? Die pure Ernüchterung. Ich als Speckliebhaberin habe einfach bei meiner Auslandssemesterlandauswahl nicht mit einberechnet, dass es nicht überall so guten Speck wie bei uns gibt. Shocking!! Weil ich mich langsam schon wie jemand anhöre, der für den örtlichen Tourismusverband arbeitet, hier also mein Kritikpunkt an Schweden: es gibt keinen guten Speck!! Bitte ändern!!! Glücklicherweise kam aber die Rettung in Form meiner Familie und gut gefüllten Taschen voller Speck und Bergkäse. Erleichterung und ganz viel Liebe….

Die Brettljaus’n lässt sich übrigens auch jetzt noch wunderbar im sonnigen und so schön herbstlichen Slottskogen genießen. Das passt ja auch irgendwie: die Schweden lieben ihre Picknicks, die Österreicher ihre Jause. „Sweden meets Austria“ sozusagen. Vielleicht verkauft mein Zukunftscafé ja dann auch „Köttbullarsuppe“- sozusagen als Erinnerung an meine Zeit in Schweden.

Achja mittlerweile wisst ihr ja über meine Affinität zu schwedischen Innovationen Bescheid. Hier ein so simples und passendes Beispiel zum heutigen Thema: kennt ihr die Situation im Supermarkt, wenn man relativ viel einkauft, der Kassierer sich mit Speedy Gonzalez messen will, ihr mit einräumen nicht nachkommt und die Leute hinter euch genervt sind? Passiert hier nicht! Klar, zum Ersten weil die Menschen hier viel entspannter und umgänglicher als in Wien sind, aber auch weil es eine einfache Erfindung am Ende der Supermarktkasse gibt: den Teiler. Ihr könnte euch das so vorstellen: dort wo die Einkäufe „aufgefangen“ werden gibt es ein Teil aus Holz oder Metall (dann sogar automatisch), das den Bereich aufteilt, man somit genau weiß welcher Einkauf einem selbst gehört und vorallem keinen Stress mit Einpacken hat. Ich weiß ich hab eine kleine Sucht für diese Kleinigkeiten entwickelt, aber sie faszinieren mich, weil sie mein Leben hier durch ihre Simplizität so einfach machen.

So, das ganze Nachdenken und Schreiben um und über das Essen haben mich tatsächlich schon wieder hungrig gemacht. Ab an den Herd!

Bis bald und Kyss,

Isa

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Isa und die handgepäckstaugliche Gefängniszelle

Hej allihoppa!

Ein Jetsetleben, wie ich es in den letzten Wochen geführt habe, hört sich ja prinzipiell schön an, die meiste Zeit ist es das auch. Doch jetzt wo ich im Zug zurück nach Göteborg sitze, fühlt sich das mindestens genau so gut an. Eigentlich wie heimkommen. Mein letzter Blogeintrag handelte ja vom wundervollen Gotland. Da habe ich allerdings noch nicht verraten können, dass ich am nächsten Tag auf eine weitere superaufregende Mission aufbrechen würde. Wie die meisten von Euch mittlerweile nun wissen bin ich am Freitag direkt nach einem „richtig tollen“ Uniexperiment für meinen neuen Kurs Richtung Flieger gehetzt. Kurzes innerliches Aufschreien, als der Motor des Flughafenbusses einfach mal mitten auf der Autobahn den Geist aufgibt. Doch die schwedische Gelassenheit rettet mich auch in dieser Situation. Keine zehn Minuten sammelt uns einfach der nächste Bus auf und ab geht es endlich zum Flughafen. Alles gut! Wer schon einmal das Vergnügen hatte am Flughafen Frankfurt umsteigen zu müssen, weiß wie es mir ging, als mir klar wurde was 15 Minuten Verspätung bei insgesamt 45 Minuten Umsteigezeit bedeuten. Das Frankfurter Bodenpersonal war aber so freundlich auf mich zu warten und mich auch extra auszurufen, somit wieder alles gut und eine weitere Stunde später hatte mich Wien wieder. Das war ein richtig komisch verwirrendes Gefühl wieder zurück zu sein. Aufregend Euch alle wiederzusehen. Noch aufgeregter ob mein Geheimnis tatsächlich unter Verschluss bleibt bis ich in meinem Kostüm bei der Geburtstagsfeier auftauche. Und es hat geklappt!! Meine Erwartungen wurden sogar schon bei dem gellenden Schrei, den ich unter meiner transpirierenden Maske vernehmen konnte, übertroffen. Schon zu oft habe ich zuvor Überraschungen durch tollpatschiges Verreden oder Scheuklappenplanung verdorben, doch diesmal hat es geklappt und ich kann mir momentan keine schönere Freude vorstellen, als die die ich in dem Moment hatte, als ich registriert habe, dass die Überraschung gelungen ist und die beste Schwester von allen glücklich ist!!

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Der Rest des Wochenendes ist Geschichte und ich bin nach wie vor richtig happy so viele Menschen wiedergesehen zu haben. Bei manchen, bei denen die geplante Wiedersehenszeit eigentlich viel weiter in der Zukunft lag, hat auch die Fügung des Schicksals mitgeholfen 😉 (Martin, sause wie der Wind in Richtung Wärme, ich weiß, dass du eine wundervolle Zeit mit ganz viel tollen Abenteuern haben wirst und nicht vergessen: es muss kein Erdbeben sein :*)

In einem meiner ersten Blogeinträge habe ich davon berichtet wie sehr dieses Auslandssemester auch eine Charakterschule für mich ist. Vorallem aber im Sinne der Gelassenheit und Nicht-Organisation. Was bzw. ob ich mir was bei folgendem Plan gedacht habe ist im Nachhinein nicht mehr nachvollziehbar: nach einem aufregendem und sozial sehr interaktivem Wochenende bin ich Dienstag Abend nach Göteborg zurückgekehrt, um am nächsten Tag mittags wieder den Zug nach Stockholm zu nehmen. Kurz zusammengefasst: ich hab also meine handgepäckstauglichen Fläschchen gegen die erwachsenen Versionen dessen (sehr wohl!!) getauscht und meine Unterhosen „auf links“ gedreht (natürlich nicht!!) und ab ging’s.

Ich hätte sicher nichts dagegen gehabt noch ein paar Tage mehr in Göteborg zu haben, aber wie heißt es so schön? Willst du was erleben, bewege dein Hinterteil raus aus der verdammten Comfort Zone! Organisations-Seb hat uns für die ersten Nächte ein Hostel in Gamla Stan (der Altstadt Stockholms) gebucht, wo wir auch Anni trafen. Am nächsten Tag mit Berit und Caro war die illustre Runde dann komplett. Details über den Städtetrip erspare ich Euch jetzt mal, weil in Wahrheit läuft das ja auch immer einigermaßen gleich ab: Nord, Ost, Süd, West, bergauf, bergab, Wasser, Wasser, Wasser, Essen, Fika, Essen, Gebäudeliebe, schmerzende Füße, Fika, Shoppen. Aber richtig lustig hatten wir es definitiv: finnische Freunde, die lernen dir zum Geburtstag einen Schinken zu schenken, Runninggags über Pipilulu oder neue Freunde aus der Gefängnishostelküche, die mir „Don’t stop believing“ als ihren Motivationssong vorstellen. Herrlich!!

Etwas krank, aber glücklich sitze ich momentan im Zug zurück in die nicht mehr ganz so neue Interimsheimat Göteborg und freue mich auf die nächsten Lustigkeiten dort!!

Kyss,

Isa

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